Unsere Projekte

Nachhaltiger Kaffeeanbau

Projekt-Nr.: KSP02

Zeitraum: Dauerhaftes Projekt

Förderung: Sandtorkai Handel Papenhagen KG & Chania Coffee

Lokaler Partner: Kenya-Dorf-Volunteers (KEDOVO CBO)

Zielgruppe: Kleinbauern in der Region Nyeri

Status: Laufend

Ziel: Ökologisch und ökonomisch nachhaltiger Kaffeeanbau

Etwa die Hälfte der kenianischen Kaffeeproduktion stammt von Kleinbauern und wird in Kenia von Genossenschaften aufgekauft und von diesen vertrieben. Die andere Hälfte des Kaffees wird von Großbauern angebaut. Die Kleinbauern stehen dabei vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Insbesondere der Mangel an Produktionswerkzeugen und minimale oder gar keine Transparenz in der Vermarktungskette führen zu sehr niedrigen Preisen für die eigentlichen Produzenten des Kaffees.

Das KEDOVO-Kaffeeprojekt ist angesiedelt in der Zentralprovinz Kenias rund um den Mount Kenya. Dieses Gebiet ist bekannt für seine roten Böden, die mit Vulkanmineralien angereichert sind. Während des ganzen Jahres herrschen hier mäßige Niederschläge auf einer Höhe von etwa 1.750 Meter NN. Diese Bedingungen ergeben eine gute Kombination für den Anbau von aromatischem und geschmackvollem Kaffee. Dennoch haben sich viele Kleinbauern für die Rodung ihrer Kaffeefelder entschieden, um in Zukunft anstelle der Kaffeesträucher Mais und Bohnen anzubauen. Der Grund: Mit den geringen Einnahmen aus dem Kaffeeanbau können viele der Kleinbauern ihre Lebenshaltungskosten nicht mehr decken. Dagegen sind die Einnahmen aus dem Anbau von Mais und Bohnen verlässlicher und auch die Produktionskosten sind geringer.

Der Prozess des Kaffeeanbaus ist langwierig und ermüdend. Es vergeht eine lange Zeit, bis die ersten Bohnen gedeihen und bis die erste Ernte eingefahren werden kann. Die meisten Kleinbauern in der Zentralprovinz Kenias bauen die Kaffeepflanzen der hohen Qualität SL-28 und SL-34 an, die sehr empfindlich sind. SL-28 und SL-34 sind Arabica-Bohnen, die selektiv von Hand gepflückt werden, sobald die Kirschen durch ihre Rotfärbung ihre Reife anzeigen. Die Ernte von Hand erfordert eine große Sorgfalt und ist mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. Sobald die Kirschen überreif sind, fallen sie auf den Boden und eine Weiterverarbeitung ist nicht mehr möglich. Auch deshalb sind eine sorgfältige Überwachung der Reifung und ein häufigeres Pflücken erforderlich.

Obwohl die Kaffeebauern in der Region Nyeri einen solch hohen Aufwand betreiben, werden sie nicht angemessen für ihren Einsatz entlohnt. Sie sind abhängig von der Gnade der Zwischenhändler und Makler, die eine Qualitätsbewertung der Ernte vornehmen und diese aufkaufen, dabei jedoch oft nur einen Hungerlohn für die wertvollen Kaffeebohnen bezahlen. In den Prozess der Qualitätsbestimmung und die Preisverhandlungen sind die einzelnen Kleinbauern jedoch nicht eingebunden und werden häufig übergangen. Viele Kleinbauern können sich dadurch z.B. das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr leisten und haben daher beschlossen, dem Kaffeeanbau den Rücken zu kehren.

Durch unser KEDOVO-Kaffeeprojekt soll sichergestellt werden, dass die Kleinbauern weiterhin ihren Kaffee anbauen können und dabei sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig handeln können. Wir wollen, dass die Landwirte vor Ort in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen und für ihre Mühe fair entlohnt werden.

KEDOVO unterstützt die Kaffeebauern durch die folgenden Aktivitäten:

 

  • Landwirtschaftliche Schulungen der Bauern, um eine Verbesserung der Kaffeemenge und Kaffeequalität zu erreichen. Diese Schulungen werden durch qualifizierte Trainer für nachhaltige Agrarwirtschaft durchgeführt. Die Kaffeebauern übernehmen eine aktive Rolle bei der Sicherstellung der Qualität, damit der Kaffee so angebaut, geerntet, sortiert und klassifiziert wird, dass eine bestmögliche Qualität erzielt werden kann
  • Einrichtung eines Kaffee-Qualitätszentrums: Die Qualität des geernteten Kaffees soll fair beurteilt werden. Den Bauern gegenüber kann dadurch transparent vermittelt werden, welche Qualität ihr Kaffee aufweist und welche Qualität die Käufer am meisten schätzen.
  • Verbesserter Marktzugang durch eine Selbstvermarktung des Kaffees: Der Verzicht auf Zwischenhändler verbessert die Transparenz in der Lieferkette und vereinfacht den Handelsweg. Der Kaffee kann direkt auf dem internationalen Markt verkauft werden und es kann sichergestellt werden, dass die Kaffeebauern einen fairen Preis für ihren Kaffee erhalten.
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